Okt29 Christian Philipp Müller Tauschwerte (2002) ist die dritte und abschließende Installation innerhalb eines Projekts, das 1996 in Weimar begann. Unter dem Titel Information zur Distribution kultureller Andenken in Form von Süßwaren in Weimar richtete Christian Philipp Müller eine Art »gift shop« im dortigen Museum ein, wohin er ein Schokoladen-Multiple der amerikanischen Künstlerin Barbara Bloom, das sie in einem Süßwarengeschäft und an den Kassen der Weimarer Kulturinstitutionen anbot, zurückführte: Dieses lag in einer von insgesamt vier Glasvitrinen mit Schokoladenschachteln, den typischen »süßen Souvenirs« aus Weimar. Ergänzt wurde dieses Arrangement durch Darstellungen von Kakaobohnen in antiquarischen Büchern der Botanik. Hier, wie auch 2000 in der zweiten Station in Barcelona, kartografierte Müller zudem jene Orte, an denen die Andenken erhältlich waren — Süßwarengeschäfte in Weimar sowie kulturelle Einrichtungen in Weimar und Barcelona, die somit auch als Handelsorte markiert wurden.
In Tauschwerte liegen in einer weiteren Vitrine Kakaobohnen im Wert von hundert Euro und dem Gegenwert in Cedies aus — die Währung Ghanas, auf deren Noten Szenen des Kakaobohnenanbaus zu sehen sind. Gemeinsam in einer Vitrine ausgestellt, werden sie als Tauschwerte qualifiziert und sind zugleich der Zirkulation entzogen. Gilt die Kunst seit dem 19. Jahrhundert vielen als das exemplarisch Außerpreisliche, als »fester« Wert, sind hier kulturelle und kommerzielle Kreisläufe kurzgeschlossen.
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